Bibliothek

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Zur Entwicklung und zum Bestand der Bibliothek

Die erste Wittenberger Universitätsbibliothek ging auf das Wirken Georg Spalatins zurück. Sie befindet sich seit der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg (1546/47) in Jena. Dieses Ereignis hätte beinahe das Ende der Universität bedeutet und forderte von der Bibliothek einen mühsamen Neubeginn. Dennoch wuchs sie bis 1817 auf die stattliche Zahl von ca. 50.000 Bänden an. Von 1823 bis 1850 wurden nach zähem Ringen etwa zwei Drittel des Bestandes nach Halle transportiert. Dies betraf vollständig die Stiftung des Johann August von Ponickau und die Ungarische Bibliothek. Die eigentliche Universitätsbibliothek blieb weitgehend verschont, da nach königlichem Erlass der theologische und philologische Teil zum Gebrauch des neugegründeten Predigerseminars in Wittenberg verbleiben sollte. Den Verlust schmälern konnte bald schon der Ankauf der Bibliothek des ehemaligen Predigerseminardirektors Leonhard Heubner, die sich durch enzyklopädische Breite auszeichnet, und der des Lutherforschers Bernhard Augustin. Letztere bildete den Grundstock für die Sammlung der 1883 eröffneten Lutherhalle. Neben der etatmäßigen Erwerbung wuchs die Bibliothek vor allem durch Geschenke teilweise auch rarer Bücher. Unter anderem wurden die Bibliotheken des Göttinger Theologen Wolfgang Trillhaas, des Refomationshistorikers Joachim Rogge sowie Teile aus der Bibliothek des Predigerseminars Brandenburg übernommen.

Die Bibliothek des Predigerseminars umfasst derzeit 160.000 Bände sowie 80 laufende Zeitschriften. Dazu gehören, die Deposita eingerechnet, 12 mittelalterliche Handschriften, 500 Inkunabeln, 10.000 Drucke des 16. und 25.000 des 17. Jahrhunderts. Bedeutsam sind die Sonderbestände an 10.000 Wittenberger Dissertationen und 4.000 Leichenpredigten. Besondere Erwähnung verdienen auch die Einbände Wittenberger Buchbinder, sowie Bücher mit Marginalien von Angehörigen der Leucorea, darunter Martin Luther und Philipp Melanchthon. Daneben verfügt die Bibliothek über eine Kunstsammlung von 70 Gemälden mit Porträts von Professoren, Kurfürsten und Reformatoren. Die umfangreiche Graphiksammlung beinhaltet hauptsächlich Holzschnitte und Kupferstiche von Persönlichkeiten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die Bibliothek des Predigerseminars ist eine der größten Kirchenbibliotheken Deutschlands.

Zur verbesserten Nutzung des historischen Bestandes trug in den vergangenen Jahren ein öffentlich gefördertes Digitalisierungsprojekt bei. Für die Restaurierung bleibt die Bibliothek auf Spenden angewiesen. Bis zum Umzug in das Wittenberger Schloss wird durch das Zusammenwirken mit der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Universitäts- und Landesbibliothek Halle und der Stiftung Leucorea eine gemeinsame Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek entstehen. Damit werden die Bestände aller Partner sowohl für Wissenschaftler als auch für die Öffentlichkeit besser zugänglich und nutzbar sein.

Bibliothek

Das Evangelische Predigerseminar wurde bei seiner Gründung mit dem Kernbestand der ehemaligen Universitätsbibliothek ausgestattet. Seit 1598 ist jene im Augusteum untergebracht. Als Bibliothek des Evangelischen Predigerseminars dient sie heute vor allem der Ausbildung der Vikarinnen und Vikare, die hier für ihren Pfarrdienst in den Gemeinden vorbereitet werden. Die Einbeziehung der Sozialwissenschaften und die Pflege des reformatorischen Erbes ließen einen Buchbestand wachsen, den auch eine breitere Öffentlichkeit nutzt. Der organisch gewachsene Altbestand findet das Interesse von Forschern aus aller Welt

Hausanschrift:
Juristenstraße 16a 
Postanschrift:
Schlossplatz 1
06886 Lutherstadt Wittenberg

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do:
10-12 und 14-16 Uhr
Fr: 10-13 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Geänderte Öffnungszeit
am 09.03.2017:
14-16 Uhr
(vormittags geschlossen)

Kontakt:
Bibliotheksleiter:
Pfarrer
Matthias Piontek, M.A. (LIS)
E-Mail: piontek@predigerseminar.de
Ausleihe, Erwerbung:
Cordula Krol, Dipl.-Bibl. (FH)
Ausleihe, Einband- und Provenienzforschung:
Katharina Bethge

Tel: 03491-4593624
E-Mail: bibliopsem.wittenberg@t-online.de


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Publikationsdatum dieser Seite: 29.08.2013 16:48