Geschichte

Wittenberg – die kleine Stadt und ihre große Geschichte haben die Arbeit des Predigerseminars geprägt. Im Jahr 1817, nur wenige Monate nachdem Wittenberg infolge der napoleonischen Kriege aus einer sächsischen zu einer preußischen Stadt geworden war, verfügte König Friedrich Wilhelm III. den Zusammenschluss der Universitäten Halle und Wittenberg. Damit wurden die Räume der alten Universität Wittenberg rund um den Lutherhof frei für eine neue Bestimmung.

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert gab es Bemühungen, die Vorbereitung zukünftiger Pfarrer auf ihre Praxisaufgaben zu verbessern. Das Wittenberger Seminar sollte zunächst besonders geeigneten Kandidaten der Theologie in einer zweijährigen Fortbildungszeit Gelegenheit zu wissenschaftlicher Vertiefung, religiöser Persönlichkeitsbildung und praktischen Übungen bieten. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der – dann einjährige – Besuch eines Predigerseminars in der preußischen Kirche fester Bestandteil der Ausbildung aller Pfarrer. Das Wittenberger Seminar blieb dabei durch den Bezug auf die Stätten und das Erbe der Reformation, sowie durch pädagogische und sozial-diakonische Traditionen und Initiativen bestimmt.

1817 wurde das Predigerseminar in den Räumen des Augusteums am Lutherhof eingerichtet. Über fast zweihundert Jahre lebten und arbeiteten Vikare an diesem Ort gemeinsam und bereiteten sich auf das Pfarramt vor. Die frühere Lutherhalle, die heute Bestsandteil der Stiftung Luthergedenkstätten ist, ging aus dem Predigerseminar hervor.

2012 zog das Predigerseminar aus dem Augusteum in ein Interim.

Anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Predigerseminar Wittenberg“ wurde am 29. September 2016 das Christine-Bourbeck-Haus als neues Unterkunftsgebäude des Predigerseminars in Dienst genommen. Ab Januar 2017 bezogen Vikare in diesem Haus ihre neuen Unterkünfte. Seit September 2017 werden die Seminarveranstaltungen in den neuen Räumen des Predigerseminars in der Dachetage des Wittenberger Schlosses durchgeführt.

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