Ausbildung

Für die Ausbildung im Vikariat bewerben Sie sich bei einer der vier an der Ausbildung beteiligten Landeskirche. Die Landeskirchen entsenden Sie für die Zeit Ihres Vikariates zunächst in eine Schule und anschließend in eine Gemeinde. In Begleitung einer/s Mentors/in sammeln Sie Erfahrung und gehen ihre ersten eigenen Schritte in der Praxis. Gleichzeitig lernen Sie in Kursen Ihrer Landeskirche ihre Vikariatskollegen/innen kennen und reflektieren gemeinsam mit Ihnen Ihre Erfahrungen aus der Praxis.

Während ihres Gemeindevikariates besuchen Sie für ein Jahr die Ausbildungskurse am Predigerseminar Wittenberg, an denen Vikarinnen und Vikare aus allen Landeskirchen gemeinsam teilnehmen. Jede Kurswoche hat einen eigenen thematischen Schwerpunkt. Nach einer Einführungswoche finden die Kurswochen Homiletik, Liturgie, Kasualien 1 (Taufe und Trauung) und Kasualien 2 (Bestattung), Gemeindeentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Führen und Leiten sowie Pastoraltheologie statt.

Unabhängig vom Schwerpunktthema wird in jeder Kurswoche fortlaufend an den Themen Gottesdienst (Predigt und Liturgie), Stimmbildung und im liturgischem Singen gearbeitet.

Die Kurse werden durch die Ausbildung in den Landeskirchen ergänzt. Themen wie Kinder- und Jugendarbeit, Kirchenrecht, Verwaltung und Diakonie haben dort ihren Platz. Für diesen Ausbildungsteil sind die Studienleiter in den Landeskirchen verantwortlich. Diese besuchen die Vikarinnen und Vikare auch in den Gemeinden vor Ort. Bei einem Besuch steht ein Gottesdienst, den Sie leiten im Mittelpunkt.

Vier Handlungsfelder spielen in der Ausbildung am Predigerseminar eine wesentliche Rolle: Gottesdienst und Verkündigung, Bildung, Seelsorge und Leitung. In jedem Bereich geht es darum, die bereits erworbenen Kompetenzen weiter zu vertiefen und zu fördern. Übungen zu Gottesdienst und Predigt in der Schlosskirche und an anderen Orten wie etwa im Krankenhaus oder in einer Dorfkirche gehören ebenso zum Programm wie Besuche in der Evangelischen Akademie und in einem Bestattungsinstitut.

Wichtig ist auch die Kirchenmusik. Die Vikarinnen und Vikare vertiefen ihre Fähigkeiten im liturgischen Singen und lernen verschiedene Formen gesungener Liturgie kennen. Das Anleiten von Liedern in Gruppen und die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik sowie mit ökumenischem Liedgut vervollständigen die Ausbildung.

Am Ende der Ausbildung steht eine Berufseinstiegsprüfung, das Zweite Theologische Examen. Darin sollen alle Kandidatinnen und Kandidaten für das ordinierte Amt in der Kirche die für die auftrags- und sachgemäße Wahrnehmung des Pfarrdienstes erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen sowie die Herausbildung einer pastoralen Identität nachweisen.